Bisher war ich einfach noch im Schock und langsam beginnt das Auftauen. In Anbetracht dieser
unendlich furchtbaren Katastrophe möchte ich aber nun für alle doch etwa ausführlicher dazu
schreiben.
Ja, ich bin selbst betroffen, meine wunderbare
Freundin Karma, ihr Mann, ihre Mutter waren auf
der Reise zum heiligen Mt. Kailash (wir sprachen
noch im Mai davon, dass sie das mit ihrer Mutter
noch machen wollte). Sie waren genau zur
Katastrophenzeit am Abholpunkt für den Helikopter
nach Kathmandu. Bis jetzt gibt es kein Lebenszeichen und ehrlich auch wenn ich es nicht wahr haben
möchte… werde ich sie wohl erst im anderen Dasein wiedersehen können. Sollte ein Wunder
geschehen werde ich es dankbar verkünden. Sie hat unseren Kindern Kandi, Chonge, Kanchi ihre
Schule geöffnet und war mir eine der besten Vertrauten, die ich mir in Kathmandu habe wünschen
können. Es macht mich unsagbar traurig zu denken, dass ich nun nie wieder mit ihr Gespräche über
Gott und die Welt, Erziehung und Schulbildung, das Leben, Religion oder über die Kinder und
Jugendlichen, für die Karma das allergrößte Herz hatte. Es waren Gespräche in Gesellschaft ihrer
Familie bei einem Tässchen Tee, ich badete in der Wärme, die sie alle umgab und fühlte mich
zuhause. Meine Habseligkeiten, die ich jedes Jahr in Nepal lasse, sind in Ihrem Haus in Kathmandu
deponiert. Ich werde sie unendlich vermissen.
So gab es zwei Erlebnisse, diesen Sommer, die ganz vieles für mich wieder relativiert haben. Mein
wunderbarer Freund Majid von der Ranch in Djerba wurde im August von einem Auto beim Straße
überqueren tot gefahren. (Zu ihm hier nichts ausführliches, da er nicht in den Verein gehört, doch
sein Tod hat mich auch sehr getroffen und auch er wird schmerzlich vermisst.)
Wunderbare Menschen aus dem Leben katapultiert. Und wir wissen NIE, wann wir an der Reihe sind.
Ich freue mich auf ein Wiedersehen und glaube daran, dass alle unsere Sorgen dann irgendwie in Luft
aufgelöst sind. Jeden Tag, jeden Morgen, jeden Atemzug haben wir noch die Chance auf dieser Erde
etwas (positiv) zu bewegen.
Spendenmöglichkeiten:
• www.spesmeanepal.de Wir unterstützen weiterhin mir direkt am Herzen liegende, mir
bekannte Menschen, denen es sowieso aufgrund der „normalen“ Lebensumstände und jetzt
aufgrund der Auswirkungen der Katastrophe in Nepal nicht möglich ist ihr Elend zu mildern
(Arztkosten, Schulkosten, Chemomedikamente, Medikamente für das Waisenhaus im
Westen, … )
• http://www.sherpanepalhilfe.de/
Mein Vertrauen gilt Matthias Baumann gespendet werden kann über die deutsche Webseite.
• hartnepal@email.com (Mit Paypal spenden möglich)
Mein Vertrauen gilt Juliette Cunliffe, die mit ihrem Mann in Pokhara lebt.
Sie hat das größte Herz für Tiere und seit Nepal auch Menschen. Sie helfen auch vor Ort.
• https://pmdrf.nchl.com.np/ (mit Kreditkarte)
Die Regierung Nepals regelt alles über diesen Spendentopf und zum ersten Mal seit ich nach Nepal
komme fühlt es sich o.k. an diese Regierung zu unterstützen.
In einer Katastrophe wie dieser kann eine Regierung unmöglich alles richtig machen. Von allen
Betroffenen, die mit Schmerz und noch immer im Schock auf das Geschehene blicken, deren Liebsten
noch unter Schlamm und Geröll (METERHOCH) begraben lieben, nicht schnell genug gerettet oder
geborgen wurden, ist unmöglich den Blick mit Wohlwollen auf die Regierung zu lenken.
Auch hat diese Katastrophe auf ganz Nepal Auswirkungen, auch hier wird es schwierig, positive
Gedanken zu hegen. Weiter gibt es noch immer ganz klare Demokratiegegner (fast wie bei uns), die
nun auch wieder gegen die neue und sehr junge Regierung Stimmung machen. Noch einmal, man
betrachte das Ausmaß der Katastrophe und beschäftige sich etwas mit den Tatsachen dort (gerne
kann man mich anrufen.) Jede Regierung stößt hier an ihre Grenzen, doch möchte ich ausdrücklich
bemerken, dass meiner Beobachtung nach ich das Gefühl habe – und vor allem einige meiner
engsten Freunde vor Ort selbst das Vertrauen haben – , dass diese Regierung sehr viel richtig gut
gemacht hat. Bis dato. Das Elend hat ja erst begonnen. Die Toten bleiben tot, die Lebenden haben es
NOCH schwieriger. Nepal braucht weiterhin die Unterstützung unbedingt und auf gaaaaanz lange
Zeit.
Bedanken möchte ich mich auch für die vielen Anfragen meine Sicherheit betreffend und meiner
Liebsten in Nepal betreffend. Ab September bin ich wieder im vollen Schuldienst in Deutschland.
Namaste



